Altar 3
Der Crispinus-Crispinianusaltar ist der Altar der 1489 in Kalkar gegründeten und bis heute bestehenden St.-Crispinus-und-St.-Crispinianus-Gilde der Schuhmacher. Der Vikar Adam van Haelt genannt Schoenmeckers stiftete den Altar Anfang des 16. Jahrhunderts. Der ursprüngliche Crispinus-Crispinianusaltar wurde, ähnlich wie der Jakobusaltar, um 1820 zerlegt. Die mittlere Figur der Muttergottes ging zwar verloren, die übrigen Bestandteile blieben aber erhalten, so dass der Altar im Jahr 2000 rekonstruiert werden konnte. Heute zeigt er zentral in der Mitte eine zugekaufte süddeutsche Marienfigur aus dem 16. Jh., umgeben von den die Brüder Crispinus und Crispinianus darstellenden Originalfiguren.
Crispinus und Crispinianus stammten aus einer vermögenden römischen Familie. Um 250 flohen sie wegen ihres Glaubens nach Soissons in Nordfrankreich. Dort lebten sie unter den Armen und machten ihnen Schuhe. Ihre Legende und ihr grausames Martyrium zeigen die barocken Flügelgemälde aus dem 17. Jahrhundert. Die Figuren der Brüder hat Kerstken van Ringenberg um 1510 geschaffen, mit kunstvollen Gewändern, Punzierungen und eingelassenen Edelsteinen. Die ursprüngliche Farbgebung wurde bei einer Restaurierung der Figuren in den 1960er Jahren wieder freigelegt.
Die fünf Heiligenpaare auf der Predella unterhalb des Altarschreins werden dem sogenannten „Meister des Nikolaustodes“ zugeschrieben. Dargestellt sind die Apostel Johannes und Jakobus, Simon und Jakobus, Anna Selbdritt, ein Bischof und Barbara sowie Laurentius und Elisabeth.